1.Pottendorfer Billardsportklub

Wir  spielen auf GABRIELS, Wilhelmina und SIMONIS 300 rapid

 HT 30.8.2017  

Mein Billardleben

 

Ich möchte Euch einmal erzählen was so passiert, in einem Leben das mit

 Billard sehr viel gemein, im Spiel- und Funktionärsdasein. In einem Dorf bei

 Fürstenfelds´ war nach dem Krieg, es gab kein Geld. Ich durft mal mit ins

 Gasthaus geh´n da sah ich dort ein Billard stehn. Dann wollt ich immer nur

 dort sein, doch meine Mutter sagte: “Nein“.

Und dann, in diesen Nachkriegsjahren, hab ich zum ersten Mal erfahren,

daß ich mich sehr begeistern kann, wenn mir gelingt, so dann und wann,

mit Zielfernrohr und viel Courage,'ne tolle  Glückskarambolage.

 

Den Tisch auf dem sich das begab ich selbst mir dann gebastelt hab.

Mit Banden aus Kartonpapstreifen und einem Tuch, rauh, wie zum Schleifen

mit Kugeln, die aus Holz gemacht und einem Haselstock bedacht,

so spielte ich oft stundenlang , bei jedem Punkt den ich errang

verfiel ich gleich in Euphorie und lobte mich als das Genie.

Dies war die erste große Wende zur steirischen Billardlegende.

 

Als ich die Pflichtschulen beendet hab ich mich dann nach Graz gewendet.

Die HTL-Zeit brachte mir in punkto Fortschritt nicht viel mehr.

Ich mein natürlich Billardspielen, nicht aber Schulzensur erzielen.

In Gösting, wo die Schule war, gab s ein Cafe und ein Billard.

  

Wie wunderbar die Kugel rollte, sie tat zwar nie das, was ich wollte,

doch lief sie jetzt bei jedem Stoß viel weiter, und das Glück war groß.

So mit den Jahren fing ich dann mich öfter mal zu ärgern an,

weil mir nur wenig Points gelangen und habe sodann angefangen

mich für das Spiel zu interessieren. Jetzt musste ich intervenieren,

wo lernt man dieses tolle Spiel? Kaffee Europa hieß das Ziel.

In dem Kaffeehaus war ein Herr der gut gespielt, ich staunte sehr.

Er zeigte mir ein Druckdouble den Nachläufer und  Recouse,

ich dachte, dass verrückt ich werde, die Haare standen mir zu Berge.

 

Sowas hab ich noch nie geseh´n und jetzt muss endlich was gescheh´n.

Trainieren stand an erster Stelle. Ich stand an einer neuen Schwelle,

spielte mit Freunden und allein und 5 GD stellte sich ein.

Nur konnte ich es nicht versteh´n, dass meine Bälle stiften geh´n,

just dann, wenn glücklich sie vereint, sind sie beim nächsten Stoß verteilt.

 

Es ist mir dann  zu Ohr gekommen, dass einen Freund man aufgenommen

in einem Grazer Billardklub. Da sagt ich mir  "jetzt ist's genug,

du solltest auch dorthin dich wenden um dieses Glücksspiel zu beenden“.

Nun, 50 Jahre ist es her, dass ich zum GBK gehör.
   

Dort spielte ich mit sehr viel Schwung und mit noch mehr Begeisterung,

erweiterte mein Billardwissen durch kampferprobte Pensionisten,

die nur nach der Methode spielen: „Du sollst mit einem Auge zielen,

den Bock mußt  du ins Tischtuch drücken, daß weiß gefärbt dein Händerücken

und stehe nur auf einem Bein das andere, laß lieber sein.

Spiel nicht zu direkt und zu nah spiel` lieber einen Busara,

wenn möglich über 3, 4 Banden dann kommt Applaus Dir nicht abhanden“.

 

Das war, ihr denkt bestimmt  "oh weh" mein neues Billard - ABC,

das Wasser stand mir bis zur Nase in dieser schweren Trainingsphase.

Doch eines Tags war`s damit aus Enzfelder kam in unser Haus.

Er nützte die Gelegenheit weil er in Graz für läng're Zeit

Montagearbeit leisten muss und ich kam voll in den Genuß.

Er war der Erste, das tat wohl, der mir gezeigt wie `s gehen soll.

Es war zwar nicht das non plus Ultra, jetzt stand das Wasser bis zur Schulter.

 

So übte ich nun wie besessen , hab in Turnieren mich gemessen,

auch hab ich hier ganz nebenher gedient als Sportleitfunktionär.

Es ging sehr gut für mich voran  bis ich zur Meisterklasse kam,

doch war das nur, drauf weis ich hin, Kleinbrett und Freie Disziplin.

In Wien spürt' ich zum ersten Mal und innerlich war's eine Qual,

wie machtlos man im Sessel sitzt, während am Brett der Gegner schwitzt.

Ich war noch nicht so richtig warm da reicht er mir schon seinen Arm,

dankt, sagt mit Zufriedenheit: " es wird schon werden lieber Freund ".

 

Das war ja wirklich grauenhaft 13 GD hab ich geschafft,

von 57 Durchschnittspunkten bin ich so tief herabgesunken.

Was war hier schuld, es ist zum Lachen ich kann doch auch 500 machen.

Die Ander´n haben, wie es scheint die Bälle glücklich schnell vereint,

nur ich bin um den Tisch gelaufen und musst mit jeder Stellung raufen.

 

An diesem Abend denke ich kam das Entscheidende für mich.

In Weingartners Kaffeehausklub versucht ich mich beim Dreibandschub.

Da, plötzlich kam der Heinrich her, nahm sich ein Queues, ich staunte sehr

und zeigte mir mit viel Geduld was falsch ich mach und was die Schuld

an meinem laienhaften Spiel, ich dank ihm heute wirklich viel.

 

Denn jetzt konnt` ich auf einmal seh'n: „du musst auf beiden Beinen steh'n,

mußt locker deinen Bock gestalten und sollst beim Stoß dich ruhig verhalten.

Nicht Zufall, sondern das Plazieren wird Bälle dir zusammenführen,

erreichst dann, wie von Zauberhand, einen Amerikaverband“.

So brachte ich, als heim ich fuhr, nach Graz die Billardstoßkultur


Wenn man bedenkt nach 20 Jahren konnt` ich das Wissen erst erfahren

mit dem heute ein Jedermann  Billard sehr leicht erlernen kann 

Jetzt kam die große Umstellzeit, nach ein paar Jahren war's soweit,

ich konnte endlich mit Vergnügen geg'n Meisterklassespieler siegen.

Der Wasserspiegel hat sich jetzt hinunter, bis zum Knie gesetzt.

Ich lernt` jetzt bei den Meisterschaften, dass man auch Siege mußt verkraften

und daß man zu gegeb`ner Zeit beherrscht die Überheblichkeit.

 

Zu der Zeit suchte man behände ein paar Billardlandesverbände,

um über 5, mit diesem Titel, zu kommen an die Totomittel.

Wir in der Steiermark, wie immer, voll Tatendrang und Hoffnungsschimmer,

ergriffen die Gelegenheit, die Gründung war ´ne Kleinigkeit

der Wahlausgang ergab am End´ für mich den Landespräsident.

 

So übt ich mich als Funktionär, Wien einmal hin und wieder her,

dies ca 13 mal im Jahr, was manches mal nicht lustig war.

Gemeinsam mit dem Valentin hab ich versucht, die Herrn in Wien

zu revolutionärem Sinnen im Spielplanmodus zu gewinnen.

Doch dieser Plan scheiterte kläglich an einer Lobby, die unsäglich,

mit Traditionen ist verbunden, die Lösung wurde nie gefunden.

 

Jetzt aber gibt´s die Möglichkeit und dazu ist man gern bereit,

über Erneuerungen reden um endlich etwas zu bewegen.

So haben sie auch schöne Seiten, der Funktionäre Tätigkeiten.

 

Jetzt bin ich beinah 80 Jahr und spiele immer noch Billard

Doch ist die Leistung nicht mehr wichtig. Viel schöner ist es, wenn man richtig

und überlegt ein Spiel gestaltet, das ist es, was den Spaß erhaltet.

 

Ich freu mich wie ein kleines Kind, wenn unsre Jugend was gewinnt,

vor allem dann find ich es gut, wenn sie auch das Gelernte tut.

Es ist sehr schön, wenn dann und wann man Wissen weitergeben kann.

Ich habe vor noch lang zu spielen und für den GBK zu siegen,

doch das liegt nicht in meinen Händen, ich sollte mich doch an ihn wenden,

wenn 106 ich werden will das, liebe Freunde, ist ein Ziel.

 

Manfred Herfert  anläßlich des 25 Jahr Jubiläums des Wieselburger Billardklubs

 

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